30.04.2013 Zahnen, die zweite?

Blabla Blubb blubb – so oder so ähnlich sieht es momentan in meinem Hirn aus! Der kleine Mann beliebte nämlich heute Nacht überhaupt nicht zu schlafen. Gepaart mit der Tatsache, dass meine Wenigkeit um 7 Uhr aufstand um dann gegen 10 Uhr eine Klausur in Potsdam zu, naja sagen wir ruhig schreiben, führt dies zu der Vermutung meinerseits, dass mein Hirn derzeit eine breiartige Substanz ist. Und morgen wird das wohl ähnlich sein, denn ich befürchte diesmal zahnt der kleine Mann wirklich.

Was sich ja seit mindestens einem Monat durch verstärkten Speichelfluss – ach tun wir doch Butter bei die Fische und nennen das Kind beim Namen: massives Sabbern – des Kindes immer mal wieder hinterrücks angepirscht hat, scheint uns jetzt bald angreifen zu wollen. Zumindest werden Babys Beißattacken aggressiver und gehen auch unvorhersehbarer von statten. Ich fühle mich gelegentlich an eine Schnappschildkröte erinnert, so schnell dreht er sein Köpfchen und hat mindestens einen Finger im Mund. Und dann wird gekaut, was das Zeug hält. Auf unglaublich harten Felgen, wie wir einen zahnlosen Mund zu nennen pflegen. Das tut manchmal schon richtig weh!

Dazu kommt noch ein gesteigertes Interesse des kleinen Mannes an Beißringen aller Art, gerne auch den gekühlten. Rattenscharf findet er allerdings den Dentistar – Bpa-frei -, welchen man kostengünstig bei einer namhaften Drogeriekette mit rotem Schriftzug erwerben kann. Der hat unten einen Greifring, der in einen dreizackigen Stern übergeht und die Spitzen dieses Sterns unterscheiden sich in der Oberflächenbeschaffenheit von gerillt, über leicht, bis stark gepunktelt. Jedenfalls ist dieses gute Stück dünner als die anderen Beißutensilien und auch nicht ganz so fest und wird deswegen wohl vom kleinen Mann bevorzugt besabbert. Alles in allem also ein toller Kauf.

Das einzige, was mich ein bisschen nachdenklich macht, ist, dass sich Baby beim Anblick des Dentistars eben so sehr freut, wie beim Anblick seiner Milchquellen.

© frhoppe 30.04.2013

29.04.2013 Angst!

Zwei Seiten, die eine dunkel die andere hell

das Karussell, es dreht sich so schnell.

Die Tage verfliegen, die Nächte auch.

Und manchmal ein banges Gefühl im Bauch.

Trotz all der Freude ist in mir diese Angst,

die du manchmal kaum verdrängen kannst!

Die Angst, dass irgendwann doch etwas ist.

Die Angst, dass du nicht immer so fröhlich bist,

dass irgendein Unglück dir wiederfährt,

ein Unglück, das deine Seele versehrt.

Die Angst, dass ich dir dann nicht helfen kann,

dass du allein da durch musst, mein kleiner Mann!

*

Dann schaust du mich an, ganz Ernst und still

und deine Augen, sie wissen unendlich viel!

Sie sagen mir: Mama sei unbesorgt,

ich weiß, alles Glück ist nur geborgt.

Denn Glück ist etwas das kommt und geht

und nur wer dies wirklich und wahrhaft versteht,

ist bereit auch das größte Unglück zu tragen

und zu warten auf Licht an besseren Tagen.

*

Und plötzlich nach diesem tiefen Moment

lachst du mich an völlig ungehemmt.

Dann weiß ich genau, du wirst alles packen,

Das Leben, die Liebe, und all unsere Macken!

© frhoppe 29.04.2013

28.04.2013 Was wären wir ohne Freunde?

Kürzlich offerierte mir eine liebe Schulfreundin, die ich länger nicht gesehen hatte – genau genommen eigentlich seit dem Abi nicht mehr – die abgelegten Sachen ihres Sohnes, der summasummarum plus minus etwa zwei Jahre älter ist als unser Baby. Sie tat dies mit den Worten: „Musst du einfach mal schauen, was davon noch gut ist und was ihr braucht! Ich geb die sonst in die Altkleidersammlung!“

Nun muss ich sagen, dass ich grundsätzlich ein großer Freund des Weitergebens von Babysachen bin, denn sind wir mal ehrlich, wie oft tragen die Würmchen das Zeug denn? Keinesfalls so oft, dass die Klamotten abgenutzt wären. Ich sehe also keinen Grund – außer dem offensichtlichen „Ooh mein Gott ist das süß, das muss ich unbedingt für den kleinen Mann haben“-Grund – Babysachen neu zu kaufen und das Angebot abgelegter Klamotten abzulehnen. Ganz im Gegenteil: Bei diesen Sachen kann ich sicher sein, dass eventuelle Schadstoffe schon lange in den Tiefen der Waschmaschine verschwunden sind. Dementsprechend freute ich mich sehr über das Angebot, welches ich dankend annahm, zumal mir besagte Freundin ja auch gleich auf den Weg mitgab, was ich nicht wolle oder was mir zu oll sei, solle ich doch bitte einfach entsorgen. Was also erwartet man nun von einer solchen Sammlung?

Auf jeden Fall nicht das, was wir bekommen haben!!!

Nachdem wir einen wunderbaren Nachmittag mit leckerer Waldmeister-Philadelphia-Torte – da fällt mir ein, ich wollte nach dem Rezept fragen – verbracht haben, den wundervollen und aufgeweckten kleinen Sohn kennenlernen durften und uns auch endlich mal wieder ein bisschen unterhalten haben, packen wir zu Hause ganz gespannt die Sachen aus …

… und stehen jetzt vor der Frage, wohin mit den ganzen Klamotten? Da war eines süßer als das andere, alles so wunderbar gepflegt und offensichtlich geliebt. Latzhosen, so cool, dass ich es kaum erwarten kann, dass Baby da rein passt! T-Shirts und Pullis mit den süßesten Aufdrucken. So süße kleine Norwegerpullis und Jogginghosen mit Aufdruck auf dem Hintern! Eine Jeansjacke und eine wunderschöne Winterjacke und dann diese gigantös süße kleine Chapka! Ich bin ganz hingerissen und überwältigt von soviel Großzügigkeit!

Und weil diese Schulfreundin nicht die einzige ist, die so großzügig zu uns war, möchte ich heute einfach mal allen danken, die uns so hilfsbereit mit Babysachen versorgt haben. Es macht uns jeden Tag wieder Freude unseren kleinen Mann in all diesen süßen Sachen zu sehen, die wir ohne euch nie hätten

DANKE!!!!

© frhoppe 28.04.2013

27.04.2013 Mit dir machen wir was!

Es ist ja so leicht, über Eltern die Nase zu rümpfen, die spät in der Nacht mit ihrem Kind noch durch die Nacht gurken. Und schwups, ganz schnell, einfach so, sitzt man um 10 Uhr abends mit dem Kinderwagen in der S-Bahn auf dem Heimweg von einer Geburtstagsfeier mit der Erkenntnis, dass das eigene Kind ein Partykind ist!

Bevor jetzt alle schreien und den Jugendschutz alarmieren wollen: NEIN!!! Wir haben das Kind natürlich NICHT bis 10 Uhr an der Party teilnehmen lassen. Der kleine Mann ist pünktlich um halb sieben ins Bett gegangen! Nur eben nicht zu Hause, sondern in einem Nebenzimmer, das durch zwei Türen von der Party getrennt war. Und obwohl wir gefühlt alle 5 Minuten nach ihm geschaut haben, ob er auch wirklich nicht schreit, hat er tief und fest geschlafen. Naja, dachten wir uns, dann gehen wir eben los, wenn er wieder wach ist – normalerweise ist das in fremder Umgebung nach etwa einer dreiviertel Stunde der Fall.

Nun ja, um dreiviertel 10 beschlossen dann wir Eltern, dass WIR jetzt nach Hause wollen. Wir betraten also das Zimmer, zogen uns an, packten Babys Sachen, setzten ihm eine Mütze auf, deckten ihn in seiner Kinderwagenschale zu und was tat der kleine Mann? Er schlief und hätte von Körperhaltung und -spannung schließend auch noch zwei bis drei Stunden länger geschlafen! Lediglich, als wir das helle, laute Wohnzimmer durchquerten öffnete er die Augen, schaute noch einmal freundlich lächelnd in die Runde – ich nenn ihn schon manchmal meine kleine „Lachhure“…ehrlich, dieses Kind lächelt jeden an! – und ließ sich dann ganz friedlich im hell erleuchteten Fahrstuhl nach unten fahren. Selbst das Licht in der S-Bahn stellte nicht das unüberwindbare Hindernis dar, als welches es in Mamas Gedanken präsent gewesen war. Das sah der kleine Mann einfach ganz pragmatisch! Wenn ich mir die Decke übers Gesicht ziehe, ist auch dunkel!

Und zu Hause? War er hellwach! Krähte, lachte, quietschte und versuchte mit gezielten Tritten sein Beistellbettchen zu demontieren. Und wieder einmal preise ich das Abendritual, denn nach 5 Minuten war Ruhe. Ganz ehrlich? Ich bin völlig fasziniert davon, dass der kleine Mann das einfach so wegsteckt! Und habe ein bisschen Angst! Denn meistens ist das zweite Kind das genaue Gegenteil – und bei dem Gemüt des ersten Babys wäre das dann folgerichtig eine Ausgeburt der Hölle! 😉

© frhoppe 27.04.2013

26.04.2013 Die Welt ist voller Wunder und Abenteuer.

Wenn man sich einfach mal einen Tag lang sein Kind ganz genau anschaut, dann fällt einem etwas ganz Besonderes auf, etwas, für das wir Erwachsenen schon lange blind geworden sind:

Die Welt ist voller Wunder und Abenteuer.

Es beginnt gleich morgens nach dem Aufwachen, wenn mir aus den Augen meines kleinen Mannes die pure Liebe entgegen strahlt. „Hey, da bist du ja wieder, Mama!“ scheinen sie zu sagen und er freut sich ganz unverfälscht, dass er mich morgens wieder sieht. Ganz klar, er weiß noch nicht, dass das jeden Morgen so ist, er muss das erst noch lernen.

Wenn ich Baby dann aus seinem Schlafsack befreie, ist die Freude so groß, dass erst einmal wie wild mit den Beinen gestrampelt wird. Dazu strahlt der kleine Mann ganz breit. Er freut sich einfach riesig, dass er sich endlich wieder frei bewegen kann. Meistens nutzt er dann auch gleich die Gelegenheit, um sich auf den Bauch zu drehen. Und obwohl er das jetzt schon ganz gezielt macht – mit einem immer gleichen Bewegungsablauf – guckt er immer noch ganz süß, so als wollte er sagen: „Huch, wie ist das denn jetzt passiert?“ oder als wäre er überrascht, dass es geklappt hat. Dann kommt dieser tolle Blick entweder zu Papa oder zu mir, der uns fragt: „Na, was sagst du jetzt?“ Natürlich loben wir ihn immer wieder überschwänglich.

Das größte Wunder birgt aber das Spielen und Entdecken. Dabei sind aber nicht die Dinge interessant, die wir für solche halten! Nein, weit gefehlt! Heute war es eine Seite der Zeitung, die der kleine Mann drückte, zog, zusammenknüllte, anknabberte, sich übers Gesicht legte, kurz, ganz genau untersuchte. Dabei juchte und lachte er übermütig bestimmt eine Viertelstunde lang. Genauso interessant war wieder einmal sein Fuß. Den kann er jetzt nämlich unter großen Mühen in den Mund nehmen. Also wird das natürlich auch ausgiebig versucht. Blöd nur, wenn dieselben von Strumpfhosen bedeckt sind, die verrutschen. Zum Schluss hatte Baby in beiden Händen jeweils ein Bein seiner Strumpfhose und bekam das irgendwie nicht zusammen, dass er die Strumpfhose wieder loslassen muss, wenn er seine Beine wieder bewegen will. Ich hätte mich todlachen können, wie er sich darüber geärgert hat – ich weiß, das ist gemein, aber der Gesichtsausdruck war zu herrlich!

Ich könnte noch seitenlang so weiterschreiben, denn dieser heutige Tag war so wunderschön und so erfüllt und erfüllend, weil ich mich ganz auf den kleinen Mann eingelassen habe. Mit ihm gespielt, gelacht, seine Füße untersucht, die Zeitung betrachtet und ganz ausgiebig mit ihm gekuschelt. Und ich habe beschlossen, dass ich versuchen möchte, solche „Nur-Baby-Tage“ öfter zu haben. Man kann dabei so viel lernen!

© frhoppe 26.04.2013

25.04.2013 Danke

Ich war für dich da, von der ersten Sekunde

Ich wusste noch gar nicht, dass es dich gibt.

Und ab dem Moment, ab dieser Stunde

da ich es wusste, war ich verliebt.

*

Dann kam der Tag und du warst da

Warst ganz perfekt und so wunderschön

Und eines war uns beiden sofort klar:

Wir werden die volle Distanz mit dir geh’n!

*

Jeden Tag lernst du Neues zu machen,

wirst immer größer und klüger dazu,

bringst uns jetzt ganz bewusst schon zum lachen,

Und hast ganz tolle Momente der Ruh!

*

Und dann dieses schönste von allen Gefühlen,

immer dann, wenn du abends mich wieder hast.

Fängst an mit der Nase an meinem Hals zu wühlen

und freust dich, kuschelst und lachst ohne Rast.

*

Ich dank dir dafür, dass du diese Liebe gibst

das Gefühl, dass ich ganz was Besonderes bin,

Und dass, obwohl du die anderen auch so sehr liebst,

Deine Mama für dich doch das Wichtigste ist.

© frhoppe 25.04.2013

24.04.2013 Winke, winke!

Im Moment vergeht wirklich kein Tag, an dem der kleine Mann nicht irgendetwas neues kann. Wir sind morgens schon immer ganz gespannt, womit er uns heute wieder überrascht und wenn ich den ganzen Tag weg bin, frage ich mich aufgeregt, was er wohl alles neues kann, wenn ich wieder komme.

Heute hat er gelernt winke, winke zu machen. Ganz süß sieht das aus, wie er da in seinem Wagen liegt und zur Oma aufschaut und wenn sie winke, winke macht, dann krümmt er strahlend die Fingerchen seiner Hand immer wieder, bis Oma auch aufhört. Soooo goldig!!! Und der Blick dazu: „Hey, das ist aber lustig, was du da machst, das probier ich auch mal…Hui, das macht wirklich Spaß und du freust dich auch, dass ich es mache, na dann mach ich mal weiter!“ Ich glaube genau das geht in seinem Köpfchen vor 😀 Und ich habe mich heute ganz unverfälscht über den neuen Schritt gefreut, den Baby in meiner Abwesenheit gemacht hat

Als er sich neulich in meiner Abwesenheit das erste Mal gedreht hat, war das nämlich schon eher schwierig für mich. Mein erster Gedanke war: „Warum bist du nur weggegangen? Was bist du für eine Mutter, dass du die erste Drehung deines Kindes verpasst?“ Mein zweiter Gedanke war: „Ich kann ja nicht den ganzen Tag zu Hause hocken und das Kind beobachten. Da wird der ja gestört!“ Ich weiß, es ist absolut gut und richtig, dass ich meinen Interessen und auch Pflichten nachgehe, denn wenn ich ausgeglichen bin, ist es auch das Kind, aber manchmal, wenn der kleine Mann viel weg war bei seinen diversen Omas, dann ist da dieses leise Stimmchen in meinem Kopf, das mich fragt: „Glaubst du, er erkennt dich noch als Mama, wenn er immer soviel bei anderen ist?“ Ich kann nur sagen, diese Stimme ist ein fieses Arschloch!!! Hört nicht auf sie, denn sie will euch nur verunsichern. Woher ich das weiß?

Ich erkenne es an der Art, wie der kleine Mann mich anschaut, mit diesem besonderen Blick, wie er mich ganz sanft und ruhig fixiert, mir tief in die Augen schaut und dann, wenn er gefunden hat, was er sucht, ganz fröhlich lacht. Ich erkenne es daran, wie er vor Freude mit Armen und Beinen rudert, wenn er mich sieht und daran, dass er sich heute mit gestreckten Ärmchen fast aus Omas Arm gestürzt hat, um zu mir zu kommen.

Und soll ich ehrlich sein? Das gefällt mir! Sosehr ich es liebe, dass mein Baby ganz unkompliziert seine Omas und Opas annimmt und liebt, ich liebe es noch mehr, dass ich für ihn (mit atemloser erleichterter Freude zu lesen) MAMA!!!! bin.

© frhoppe 24.04.2013

23.04.2013 Da macht der doch Anstalten zu…

Nein, nicht wirklich! DAS ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder? Du hast gerade eben erst geschafft, dich auf den Bauch zu drehen, da kannst du dir mit dem nächsten Schritt noch Zeit lassen. Wie wäre es denn, wenn du erst mal lernst dich vom Bauch zurück auf den Rücken zu drehen? Dann müsstest du nämlich nicht immer meckern, damit das einer für dich übernimmt.

Irgendwie sieht das der kleine Mann aber anders, denn er dreht sich munter immer wieder auf den Bauch. Blöd nur, dass er die Bauchlage meistens nicht leiden kann. Also wird so lange gequengelt, bis wir ihn wieder umdrehen. Keine Frage, dass er sich dann natürlich sofort wieder auf den Bauch rollt. Spannend ist dabei nun, dass er nicht etwa übt, sich selbstständig wieder zurück zu drehen – wozu auch, dafür hat er ja Personal – sondern, dass er allen Ernstes munter seine Beinchen unter sich zieht, so als würde er krabbeln. Den kleinen süßen Hintern in die Höhe gestreckt, fehlt nur noch das Bäuchlein, welches irgendwie noch mit der Schwerkraft kämpft. Aber er schafft es so immerhin schon sich manchmal vorwärts zu schieben. WAS SOLL DAS??? Ich bin noch nicht so weit!

Das ist natürlich alles Quatsch. In Wirklichkeit bin ich stolz wie Bolle und außer mir vor Freude über die Agilität dieses Wunders. Und kann es kaum erwarten, dass er es schafft, seinen Wanst vom Boden zu heben, auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass das noch einige Zeit dauern kann.

© frhoppe 23.04.2013

22.04.2013 Endlich zu Hause!

Zugegeben, nachdem der kleine Mann heute Nacht ungefähr fünf, vielleicht auch sechs Mal kam, um dann nach dem Trinken, wickeln und Streicheln immer noch zu meckern, war ich nicht ganz so traurig, heute morgen das Haus verlassen zu müssen.

Müde war ich, aber jede Mutter und jeder Vater weiß, dass dieses quengelnde Weinen einem irgendwann an die Nieren geht und so verließ ich dann nach einem strahlenden Guten-Morgen-Lächeln meines Sohnes – ich frag mich woher der die Energie dafür hatte, bei der Nacht – trotzdem beschwingt das Haus in Richtung Uni. Und ooh weh, da kam dann der Katzenjammer. Aber ich habe wirklich nur drei Mal angerufen, um zu fragen, ob alles okay ist. Na gut! Und einmal, um mir das Kind pünktlich zu halb sechs nach Hause liefern zu lassen. Immerhin will ich wenigstens ein bisschen was vom Sohn haben, bevor der ins Bett muss.

Und ach, wie wurde ich empfangen!!! Gleichzeitig mit mir traf Schwiegermutter ein, sie hatte sich extra beeilt, damit der kleine Mann nicht unterwegs einschläft – das geht nämlich ratzfatz bei ihm im Kinderwagen. Und so lag er da hellwach, jedoch mit abgewandten Kopf. Ich sprach ihn also sanft an und sofort drehte er sein Gesicht zu mir, seine Augen wurden ganz groß und ein Strahlen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Dann begannen seine Ärmchen aufgeregt zu wackeln und seine Beine strampelten so begeistert, dass es immer die Decke des Kinderwagens anhob. Und schließlich gurrte und quietschte Baby mich grinsend an. Oben angekommen wollte er SOFORT von mir aus der Schale genommen werden. Und dann kuschelte er auf seine süße Babyart ganz innig mit mir. Die Händchen lagen auf meinen Schultern und Gesicht wurde immer wieder an meinem Busen gerieben – und es war kein Hunger, denn er war gerade gefüttert worden –, bevor der kleine Mann mir immer wieder lange und eindringlich in die Augen sah, um dann in fröhliches Lachen auszubrechen.

Ich bin wirklich ganz selig, denn das ist das erste Mal, dass mein kleiner Schatz mir so deutlich gezeigt hat, dass er mich vermisst, wenn ich nicht da bin. Und wenn ich jetzt immer so begrüßt werde, dann ist das die beste Entschädigung für eine lange – ja, ihr Spötter, 10 Stunden sind lang, zumindest noch – Trennung, die man sich vorstellen kann.

© frhoppe 22.04.2013

21.04.2013 Heute will er es wissen!

Haha! Ich habs gesehen! Juhu und Freu und Jubelschrei!!! Der kleine Mann kann sich drehen – ach nee, wirklich, mag sich so mancher fragen, das hat sie doch gestern schon geschrieben! Hat sie! Aber solange Mama es nicht gesehen hat, können die anderen ja viel erzählen 😉

Gleich morgens früh erwachte der kleine Mann mit einem Strahlen im Gesicht, so sehr freute er sich, mich zu sehen – die letzten Morgen war ich ja immer schon weg. Dann begann er zu schnattern und nachdem ich ihn endlich von seinem Schlafsack befreit hatte, auch zu strampeln und dann: ZACK!!! Lag er auf dem Bauch – diesmal komplett, über den Arm hatte er sich einfach rüber gewalzt – und gab so ein lustig-überraschtes Ooh von sich, als könne er es selbst nicht glauben. Und wie Eltern eben so sind: Statt sich einfach nur eine Weile über Babys Erfolg zu freuen, haben wir ihn gleich wieder umgedreht und geschaut, ob er das nochmal schafft. Hat er! Fünf Mal und immer wieder mit diesem süßen Ooh! Fast als wollte er Mama dafür entschädigen, dass sie das erste Mal verpasst hat.

Mit der Entschädigung war aber noch lange nicht Schluss. Als wir heute Mittag in einem Restaurant einen 80. Geburtstag feierten, war der kleine Mann nicht nur bombastisch gut drauf, sondern schlief auch – nachdem er plötzlich furchtbar müde geworden war – ganz friedlich an meine Brust gekuschelt bestimmt eine halbe Stunde. Und das in einer nicht gerade leisen Umgebung. Das war so wunderschön, denn das hat er schon bestimmt seit zwei Monaten nicht mehr gemacht. Mittlerweile will er nämlich lieber gucken als bei Mama an der Brust schlafen.

Und jetzt gerade entdeckt er seinen Fuß. Zusammen gefaltet wie eine Mundharmonika sitzt er auf meinem Bauch und untersucht das lustige Ding am Ende seines Beines. Und ich musste herzhaft lachen, denn als ich beim Guten-Morgen-Lied – ja wir singen das manchmal auch abends, da sind wir ganz verrückt – die Stelle „Beweg deine Füßchen, der kleine Zeh der schläft noch. Da hilft ihm das Küsschen.“ vorsang, biss er beherzt in seinen Fuß.

© frhoppe 21.04.2013