17.01.2013 Gibt es ein zuviel an Sicherheit?

Heute bin ich wieder einmal mit einer sehr wichtigen Frage konfrontiert worden, nämlich der Frage nach der Sicherheit des Kindes und ob es ein zuviel an Sicherheit gibt. Wir haben nämlich zurzeit Besuch und der guckte etwas verwirrt, als mein Mann nach dem Kontrollblick ins Schlafzimmer zurückkam und vermeldete: „Schläft UND atmet!“

Warum er das so explizit verkündet, mögen Sie sich vielleicht fragen, schließlich impliziert das Wort schlafen ja, dass das Kind atmet. Nun, das kam so: Als ich vor fünf Tagen damit anfing, unseren Kleinen abends im Schlafzimmer allein hinzulegen, bat ich ihn nach einiger Zeit ins Zimmer zu linsen, ob Baby schon bzw. noch schläft. Tat es und das sagte der Papa mir auch, woraufhin ich ihn fragte, ob Baby auch atmet. Er antwortete darauf leicht amüsiert, dass das Kind sehr wohl atme. Als ich anhob, ihm zu erklären, warum ich das frage, grinste er leicht verschmitzt und sagte: „Ich leg ihm auch immer die Hand auf den Bauch!“ Ich brauche kaum zu erklären, dass ich hin und weg war vom Zeichen dieser väterlichen Sorge. Und noch schöner finde ich, dass er seitdem eben immer vermeldet „Schläft UND atmet!“

Nun war aber diese Aussage Anlass zur Erkenntnis unseres Gastes, dass wir über kein Babyfon verfügen. Dazu muss ich allerdings sagen, dass unsere Wohnung nur 46 Quadratmeter hat und wir mit dem Kind quasi Wand an Wand liegen, sodass wir definitiv hören, wenn der Kleine sich muckt. Seine Atmung hören wir so nicht, das tun wir aber auch nicht mit Babyfon. Unser Besuch erzählte uns daraufhin von einem neuen Prinzip, bei dem das Kind auf einer Matratze liegt, die mit Sensoren bestückt sind, die wiederum mit dem Babyfon verbunden sind. Diese Sensoren überwachen die kindliche Herzfrequenz und geben über das Babyfon einen Warnlaut ab, wenn der Herzschlag nicht mehr zu hören ist. Dies wäre beim Plötzlichen Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome) der Fall und man könnte sofort reagieren. Ich muss ehrlich sagen, dass ich dieses Prinzip vom Grundsatz her nicht schlecht finde, vor allem für Familien in denen durch Asthma oder anderes eventuell ein höheres Risiko besteht. Ich habe dann auch darüber nachgedacht, ob ich solch eine Sicherheitsmaßnahme für mich wollen würde. Das ist mir nicht besonders leicht gefallen, denn der SIDS ist das, was Eltern am meisten fürchten. Wir befolgen zwar schon alle neuesten Empfehlungen – Kind im Schlafsack, auf harter Matratze, ohne Stofftiere oder Nestchen, bei 16-18° im Elternschlafzimmer im eigenen Bettchen in einer absolut rauchfreien Umgebung – aber könnte man nicht noch mehr machen? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich noch mehr nicht möchte. Die Angst, dass etwas passiert, ist unterbewusst immer präsent und mal schafft man es besser, sie zu verdrängen und mal eben nicht. Eine solche Matratze würde dazu führen, dass ich den ganzen Abend auf das Piepen des Babyfons warten würde. Und das möchte ich einfach nicht.

Ich möchte darauf vertrauen, dass meinem Kind nichts wirklich Schlimmes passiert und ich möchte diesen Glauben auch nicht verlieren. Denn eines weiß ich genau, auch wenn ich es gerne anders hätte – es gibt keine hundertprozentige Sicherheit und zu versuchen, sein Kind vor allem zu bewahren, stutzt ihm die Flügel.

© frhoppe 17.01.13

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2 Gedanken zu „17.01.2013 Gibt es ein zuviel an Sicherheit?

  1. Hallo, wir haben auch über diese Matte von Angelcare nachgedacht. Schon allein, weil unser kleiner Mann am Anfang Probleme mit der Atmung hatte und dazu neigt, nachts sehr flach zu atmen und auch Aussetzer hatte. Wir hatten uns damals auch dagegen entschieden. Grund: Die Matte fängt an zu piepen, sobald sie die Atmung des Kindes nicht mehr im Bereich feststellen kann. Sprich, wenn das Kind von der Mattratze rollte, ja Kinder bewegen sich irgendwann im Schlaf, dann schlägt sie Alarm. Und Eltern rennen dann hin und sind halb verzweifelt, dabei ist das Kind nur runtergerollt bzw zum Teil aus dem Sensorbereich gerutscht. Das war uns dann einfach zu viel Drama. Wir nutzen auch die bewährte Metode: Kind im Elternschlafzimmer, im Schlafsack, 16-18 Grad, rauchfrei. Zwar nicht im eigenen Bett, sondern bei mir im Familienbett. Wir sind nachts eh alleine, da der Papa arbeitet. Da haben wir 2 x 2 Meter für uns alleine ;). Heute ist der Knirps über 2 Jahre alt und kann es sich aussuchen, ob er in seinem Zimmer schlafen mag oder bei mir. Manchmal kommt er nachts angetrappelt. Manchmal nicht. Manchmal schläft er schon bei mir ein. Ein Babyphon haben wir nur anfangs genutzt, wo er in seinem Zimmer die ersten Male schlief, danach auch nicht mehr. Liebe Grüße und sorry für den Langen Text.

    • Hey Susi … kein Problem – im Gegenteil, ich danke dir dafür … das waren nämlich dann auch genau die Gedanken, die wir hatten, eben dass die Kleinen ja nicht starr daliegen…und ich würde glaube ich mit jedem Piepen hysterischer werden 🙂

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