11.01.2013 Hunger von Null auf 100!

Heute Nacht hat der kleine Mann uns mit unfassbaren fünfeinhalb Stunden Schlaf gesegnet. Spötter mögen nach dem gestrigen Bericht sagen, er hatte sich müde geschrieen, ich für meinen Teil glaube fest daran, dass er uns für unsere Geduld mit Schlaf belohnen wollte. Als er nun nach dieser unfassbar langen Schlafphase um 5.28 Uhr munter, aber durchaus friedlich aus seinem Bettchen anlachte, ging ich leichtsinnigerweise davon aus, dass uns vor dem Stillen noch Zeit bleibt, ihn schnell mit einer neuen Windel zu versehen.

Das Ausziehen des Schlafsackes ließ er sich noch gefallen. Ebenso den Transport zum Wickeltisch. Kaum hatte der Papa jedoch den Schlafanzug von seinen Füßen entfernt und die Windel geöffnet, ging das Geschrei los – und es war eindeutig sein Futterlaut. Nun konnte ich ihn durchaus verstehen – versuchen Sie sich mal vorzustellen, wie schmerzhaft leer ein Babymagen nach dieser langen Zeit ist – gleichwohl waren mir die Hände gebunden. Er lag ja da quasi mit runtergelassener Hose, ein Rücktransport an Muttis Brust war also auf absehbare Zeit nicht realisierbar. Allerdings musste ich dann doch ein wenig lachen, denn Sie müssen jetzt nicht denken, dass der kleine Mann deswegen am schnellen Fortschritt des Windeltausches mitgearbeitet hat. Zunächst einmal wehrte er sich energisch strampelnd gegen die Säuberung seines entzückenden Hinterteils. Dann passte er genau den Moment ab, als Papa ihm die neue Windel anlegte und dafür das zur Sicherheit über seinen Unterleib gelegte Taschentuch entfernte … und pinkelte im hohen Bogen! Natürlich von außen auf die neue Windel, was naturgemäß das Hervorholen einer weiteren Windel erforderlich machte. Inzwischen hatte der kleine Sonnenschein sich so in Rage geschrieen, dass das Anlegen jeglichen Kleidungsstücks zu einer Geschicklichkeitsprobe für Fortgeschrittene geworden war. Das Babys in solchen Momenten aber auch immer plötzlich drei Arme und sechs Beine haben!

Mit den Worten „Ich präsentiere: das Baby!“ bekam ich dann das hochrote schreiende Bündel zurück! Kaum an der Brust gab es einen tiefen, hochgradig erleichterten Seufzer von sich und ich notierte mir auf meiner geistigen „Unbedingt-Merken-Überleben“-Liste, die sich alle Eltern irgendwann anlegen: Erst Stillen, dann Wickeln!

© frhoppe 11.01.13

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