31.01.2013 Eltern und Kinder

Ein neuer Morgen, du bist erwacht.

Ich frag’ mich: was hast du im Schlaf gedacht?

Ich versuche in deinem Gesicht zu lesen.

Du lachst, als wäre es schön gewesen.

Du gluckst vor dich hin, mit fröhlichem Ton.

Ich bin ganz gespannt, soviel erzählst du schon.

Du merkst, ich bin wach und höre dich,

und lächelst ganz strahlend allein für mich.

Du suchst meinen Blick, bist froh mich zu sehen

Du weist, ich werd’ jeden Weg mit dir gehen.

Ich werd’ mit dir weinen und ganz oft auch lachen,

Denn das ist es, was Eltern und Kinder machen.

© frhoppe 31.01.13

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30.01.2013 Da hat man mal Pause und was macht man?

Heute ärgere ich mich über mich selber. Warum, fragen Sie sich? Ganz einfach: Ich habe mich heute erfolgreich selbst boykottiert. Heute hätte ich die Chance gehabt, mal zwei Stunden ganz entspannt zu sitzen, ein Buch zu lesen oder einfach nur am PC zu rödeln. Und was mache ich? Putzen!!! Aber hören Sie selbst:

Nachdem ich heute von einer schönen, aber anstrengenden Stunde Rückbildungsgymnastik kam, wachte unser Sohn nicht wie sonst üblich sofort nach dem Abstellen des Motors auf, sondern schlummerte friedlich weiter. Ich stelle die Vermutung auf, dass dies an der Kapuze seines schicken grünen Jäckchens lag. Diese lag nämlich dergestalt am Köpfchen an, dass der kleine Mann mit einer leichten Drehung seines Köpfchens das Innenfutter in seinen Mund befördern und exzessiv daran nuckeln konnte. Er schlummerte also auch noch, als ich ihn im Autositz im Wohnzimmer abgestellt hatte. Nur schnell was zwischen die Kiemen geschoben und noch mal schnell was aufräumen, bevor Oma kommt. Das lohnt ja eh nicht sich hinzusetzen, der kleine Mann wird eh gleich wach. Wurde er nicht! Er schlief, bis Oma kam und ich ihn immer noch schlafend vom Autositz in die Kinderwagenschale umlagerte. Man könnte meinen, dass ich nach der Verabschiedung der beiden Süßen meinen durch die heutige Sportstunde etwas malträtierten Allerwertesten nun auf der Couch platziert hätte, aber weit gefehlt. Mir fiel nämlich auf, dass die Regale mittlerweile durch die Staubschicht recht dumpf daherkamen. Na komm, da wischst du schnell rüber. Ging auch wirklich schnell, bis ich den Lappen im Bad ausgespült habe. Da dachte ich mir dann: Ach Mist, das Bad wolltest du auch putzen. Und sie ahnen es – wo das Kind grad weg ist, erledigte ich das gleich mal. Und selbst nach Vollendung dieser Aufgabe hätte ich noch ein wenig Zeit gehabt, mich hinzusetzen, aber da ich den Glasreiniger ja nun schon einmal in der Hand hatte, erschien es mir unlogisch nicht auch noch gleich die anderen Spiegel der Wohnung zu putzen. Als ich damit fertig war, setzte ich mich dann tatsächlich aufs Sofa … für etwa zwei Minuten. Dann klingelte es an der Tür und Oma und Kind waren wieder da. Bei einer objektiven Beobachtung der heute verstrichenen Zeit, stelle ich fest, dass ich mich ganze zweieinhalb Stunden mal einfach hätte ausruhen können. Dass ich es nicht getan habe, ist typisch für mich, sogar so typisch, dass mein Mann kürzlich mit mir schimpfte, ich solle solche Zeit für mich nutzen und nicht für den Haushalt.

Natürlich ist eine saubere und ordentliche Wohnung wichtig, aber viel wichtiger sind Ruhephasen. Und das ist etwas, das ich wirklich noch lernen muss. Denn was nützt mir eine piekfeine Wohnung, wenn ich hinterher zu müde bin, um mit dem kleinen Mann zu spielen.

© frhoppe 30.01.13

29.01.13 Die Mama ist bekloppt!

Ohne mich jetzt selbst beleidigen zu wollen, aber ich bin wirklich bekloppt geworden. Ich meine, ich war ja schon immer etwas verhaltensoriginell, aber seit das Baby da ist, lass ich meinen inneren Irren auch mal ans Tageslicht. Was heißt hier mal – eigentlich täglich und das auch gerne mehrmals.

Es gibt nämlich etwas, das alle Eltern sehr schnell lernen. Glückliches Baby = Tiefenentspannung. Dementsprechend tut man in der Regel alles, damit das Baby glücklich ist. Und damit meine ich, wirklich ALLES! Ich singe, tanze, mache komische Geräusche und erfreue den kleinen Mann mit allerlei Gesichtsentgleisungen. Besonders beliebt sind auch Kombinationen aus oben genannten Varianten. Also singen und tanzen, oder tanzen und komische Geräusche, gerne aber auch singen und dabei das Gesicht entsprechend der besungenen Emotion verziehen. Und das Witzige ist, es macht mir selber einen Riesenspaß – wie ich ja oben schon sagte: glückliches Baby = Tiefenentspannung! Und zwar nicht, weil das alles so entspannend ist – im Gegenteil, es fordert einen ganz schön, immer was Neues abliefern zu müssen. Sie müssen nämlich nicht denken, dass etwas, das einmal lustig ist, auch wieder hilft. Hin und wieder haben Sie vielleicht Glück, aber in der Regel wird ALLES in kürzester Zeit langweilig. Nein, Tiefenentspannung erreicht man dadurch, dass man in Babys Nähe einfach aufhört, darüber nachzudenken, wie man nach außen wirken könnte.

Egal, wie bekloppt man aussieht oder klingt, es spielt keine Rolle, solange es Baby zum Lachen bringt. Es ist keine Entspannung im eigentlichen Sinne – also wie man sie nach einem Wochenende im Spa erreicht – sondern eine viel wesentlichere, denn in diesem Moment bleiben die Welt und all ihre kleinen und großen Katastrophen außen vor.

© frhoppe 29.01.13

28.01.2013 Wo man singt, da lass dich ruhig nieder…

Spötter mögen wieder einmal sagen: Jaaa, die Eltern, was die sich immer so alles einbilden. Heute aber hat unser Sohn das erste Mal gesungen. Wirklich und wahrhaftig gesungen. Das waren wirklich aneinander gereihte Töne in Reaktion darauf, dass ich ihm vorher vorgesungen habe. Hach nee, ich muss wirklich sagen, dass mein Musikerherz vor Freude auf und ab springt, wenn es sieht, wie sehr der kleine Mann Musik jeder Couleur genießt. Das hat ja schon im Bauch angefangen, dass Baby immer an ganz bestimmten Stellen des Liedes getreten hat – der Beweis schlechthin, dass die kleinen Würmchen sehr wohl schon mitbekommen, was da so außerhalb ihrer kleinen Einzimmerwohnung passiert. Erfreulicherweise setzt es sich jetzt fort.

Eigentlich ist es dem kleinen Mann egal, was für Musik läuft, hauptsache da dudelt was. Er zeigt aber schon eindeutige Präferenzen. Mittagsschlaf allein im Schlafzimmer geht zum Beispiel nur, wenn Radio Paradiso läuft, Deutschlandradio geht da mal gar nicht. Noch viel schöner ist es aber, wenn wir ihm vorsingen – ja, bei uns singt auch der Papa! Ich hatte ja schon erwähnt, dass der Gesang fest zu unserem Abendritual gehört, Naja sagen wir, das Abendritual besteht hauptsächlich aus Gesang. Dazu kommt noch ein bisschen wickeln und Schlafanzuganziehen vor dem Singen und eine kleine Mahlzeit während des Singens. Besonders schön ist dabei zu beobachten, wie der kleine Mann so richtig runterkommt. Er wird ganz entspannt und schaut mir ruhig und gelöst in die Augen, bevor er einschläft. Und dann schläft er meistens auch bis Mitternacht. Aber damit hört es ja nicht auf.

Gleich morgens nach dem Aufstehen, gibt es das Guten-Morgen-Lied aus dem Traumzauberbaum und hinterdrein gleich noch das Regenlied – das hilft nämlich mit integrierter Bauchmassage auch gleich beim morgendlichen Pups. Überhaupt steht er total auf interaktives Singen. Möglichst viele Tonbewegungen synchron mit Körperbewegungen beschäftigen ihn mitunter eine ganze Stunde und lenken ihn sogar manchmal vom Hunger ab. Unsere Favoriten sind da im Moment „The Owl and the Pussycat“ von Rutter und „Aschenbrödel“ von Weber&Beckmann. Das Schönste ist aber, dass man den kleinen Mann mit Liedern beruhigen kann. Früher oder später lauscht er andächtig dem Lied – ich hab da SEHR gute Erfahrungen mit „Hush Little Baby“ von Carly Simons gemacht! Dieses Lied holt ihn sogar aus dem größten Wutanfall.

Ich bin also hellauf begeistert, dass er das Singen so wunderbar annimmt, denn Gesang ist für so viele Dinge gut, nicht nur für die Seele. Die Atmung verbessert sich, die Sprache entwickelt sich besser und schneller und die Gehirnentwicklung wird auch gefördert. Und das gilt nicht nur für schönen Gesang – die Hauptsache ist, dass überhaupt gesungen wird und zwar egal wo. Denn wer sagt eigentlich, dass man in der Öffentlichkeit nicht singen darf. Doch nur irgendwelche Miesepeter, die sich selber nicht trauen.

© frhoppe 28.01.13

27.01.13 Ein Hohelied auf die Verwandtschaft

Heute soll es mir mal gar nicht so sehr ums Baby gehen – auch wenn er nach den gestrigen Problemen beim Schlafengehen dann noch fantastische sechs Stunden geschlafen hat – sondern mehr um Babys liebe Verwandtschaft. Die ist nämlich ganz und gar fantastisch! Zwar können aufgrund der Entfernung nicht alle immer so da sein, wie sie es gerne hätten, aber jeder von ihnen nimmt regen Anteil am Leben des kleinen Mannes.

Da wäre zunächst mal meine Mama. Immer mittwochs kommt sie den kleinen Mann nach der Arbeit holen und macht mit ihm einen ausgedehnten Spaziergang. Wenn sie dann mit ihm hier wieder auf der Couch sitzt, kann nichts und niemand sie von Baby ablenken, sosehr genießt sie es mit ihm zu schäkern. Dabei leuchten ihre Augen und sie gibt die lustigsten Geräusche von sich, mal ganz zu schweigen von den verrückten Grimassen. Und wenn ich ab April wieder zur Uni muss, hat sie sich bereit erklärt, einen Tag in der Woche frei zu nehmen, um auf ihn aufzupassen. Ohne zu zögern, hat sie nach der Geburt ihre Wohnung zur Verfügung gestellt, damit meine eilends angereiste stolze Schwester – die kam gleich an zwei Wochenenden hintereinander, weil sie es nicht aushalten konnte –  Quartier hat und damit wir den Geburtstag von Babys Papa feiern konnten. Das wäre mir nämlich zwei Wochen nach der Geburt zu anstrengend gewesen. Und an Sylvester hat sie es ebenfalls möglich gemacht, dass wir nicht nur fantastisch speisen, sondern vor allem zum Jahreswechsel auch ganz entspannt mit meiner Schwester und meinen Eltern feiern konnten. Meine Schwester musste bis nach Mitternacht warten, bevor die Oma den kleinen Mann mal abgegeben hat. Als nächstes haben wir meine Schwiegermama und meinen Schwager. Nun ist das ja meistens so eine Sache mit Schwiegermamas und ihren Schwiegertöchtern, bei uns allerdings war das Verhältnis von Anfang an fantastisch. Wie auch nicht, wir sind beide Widder – sie hat nur zwei Tage nach mir Geburtstag – und ich mache ihren Sohn glücklich. Und nun, wo ich ihr endlich das heiß ersehnte Enkelchen geschenkt habe, gibt es glaube ich wenig, was ich noch falsch machen kann. Jedenfalls würden Schwiegermama und der stolze Onkel jeden Tag spazieren gehen, wenn wir sie lassen würden. So aber können wir jederzeit anrufen und schon kommen sie begeistert angeritten und sind jedes Mal wieder hin und weg vom kleinen Schatz. Mindestens genauso toll sind meine Großeltern, welches Babys Urgroßeltern sind. Und was für stolze Urgroßeltern. Jede Woche kommen sie vorbei und machen dann immer ganz fleißig Fotos, bevor sie den kleinen Mann zu einer großen Runde mitnehmen. Und nicht nur das, ich darf gerne mit Baby zu ihnen kommen. Sie betreuen dann den kleinen Mann, damit ich an meinen Hausarbeiten schreiben kann – ich gehe allerdings davon aus, dass da auch eigennützige Motive unter Umständen eine Rolle spielen könnten. Meine Großtante, die immerhin schon 86 ist, kann leider nicht mehr sehr gut laufen, aber auch sie lässt es sich nicht nehmen, ganz regelmäßig anzurufen. Und wenn wir es dann mal schaffen, sie zu besuchen, dann wird sie immer ganz sanft und vergisst alles andere, außer der Bewunderung für ihren Urgroßneffen.

Ganz besonders rührend finde ich aber ehrlich gesagt die Männer unserer Familie: Mein Papa ist sofort nach der Geburt ganz aufgeregt von der Ostsee angereist und konnte sich an dem kleinen Schatz gar nicht satt sehen – sogar das Wickeln hat er gleich gefilmt. Ich glaube ihm fällt es im Moment genauso schwer wie meiner Schwester – aber ehrlich gesagt auch wie mir –, dass die Entfernung es unmöglich macht, sich öfter zu sehen. Mein Opa wiederum zwingt mit schöner Regelmäßigkeit meine Oma, hier doch mal anzurufen und nicht immer nur den Blog zu lesen. Nicht, dass er etwa selber zum Hörer greift – Nein! Das machen echte Männer nicht! Außerdem ist mein Opa dafür viel zu beschäftig, der plant nämlich schon detailliert die Organisation der Spielplatzausflüge. Und dann erst mein Schwiegerpapa. Der ist noch die ganz alte Schule, so nach dem Motto, für Kinder sind die Frauen zuständig – dachten wir zumindest!!! Jetzt macht es ihm gar nichts mehr aus, die Windel wegzubringen und aus dem manchmal etwas grummeligen, älteren Herren wird auf einmal ein ganz begeisterter Opa, dessen Gesicht ganz weich wird, sobald er sein Enkelchen sieht. Dann spricht er mit ganz hoher verstellter Stimme und butzt Babys Näschen mit seiner Nase ganz sanft an. Und ich wette, wenn unser kleiner Mann in zwei Jahren anfängt in Opas heiß geliebten Garten die Blumen auszubuddeln, dann reicht der ihm noch die Schaufel an.

Ich könnte noch stundenlang weiter schreiben, einfach weil sie alle uns mit diesen kleinen und großen Gesten, den Alltag so unfassbar erleichtern. Alle Eltern wissen, wie wichtig diese ein bis zwei Stunden Ruhe sind, alle Eltern kennen diese tiefe Dankbarkeit für das Besorgen von  etwas so Simplen wie dem vergessenen Honig oder dem benötigten Brot und alle Eltern genießen es zu sehen, wie sehr ihr Kind geliebt wird. Zu sehen, wie viel Freude unser kleiner Mann in ihre Gesichter bringt und zu erfahren, wie sehr Baby von ihnen geliebt wird, erfüllt mich mit maßlosem Staunen über die Macht, die ein solch kleines Wesen über uns alle hat. Und, um es noch mal mit aller Deutlichkeit zu sagen: Mit unendlicher Dankbarkeit dafür, dass IHR alle bereit seid, diesen kleinen Mann bedingungslos zu lieben. Denn damit kann er alles im Leben schaffen!!!

© frhoppe 27.01.13

26.01.2013 Der Schluckspecht wird zum Spuckspecht!

Zunächst habe ich mal eine gute Nachricht: Dem kleinen Mann geht es wieder besser. Er hustet kaum noch und auch die Nase ist schon immer mal wieder frei. Und Fieber hat er Gott sei Dank die ganze Zeit nicht bekommen, ich hätte ihm nämlich nicht auch noch ein Fieberzäpfchen verabreichen wollen.

So langsam sind wir aber recht froh, dass es ihm wieder besser geht. Natürlich schon allein deswegen, weil es ihm wieder besser geht, aber auch, weil dann die blöde Medikamentengabe ein Ende hat. Das ist ja sowieso schon immer so eine eher heikle Geschichte, dem kleinen Mann seine Vitamin-D-Tabletten täglich zu geben. Unbedarfte Nicht-Eltern mögen jetzt fragen: Wieso? Mund auf, Tablette rein. Ist doch ganz einfach, oder? EBEN NICHT!!! Mal ganz davon abgesehen, dass Babys sich an Festkörpern übel verschlucken können und diese darum grundsätzlich nicht in Babys Mund gehören, muss das Ding laut Packungsanweisung aufgelöst werden. In Wasser oder auch Tee, da hat man dann die Qual der Wahl. Ist aber eigentlich auch egal – unser Sohn mag keins von beiden. Wenn er einen schlechten Tag hat, braucht es zwei Erwachsene, den Löffel in sein Mäulchen zu bekommen – einer der den Löffel fest hält, der zweite zum Bändigen von Babys acht Armen – an guten Tagen lässt er es stoisch über sich ergehen. Das große Problem ist aber eigentlich nicht das Hineinbekommen sondern das Drinnenbehalten. Und damit wären wir beim Hustensaft. Wenn er die Tablette nämlich wieder ausspuckt, ist das nicht ganz so schlimm. Den Hustensaft muss er aber bekommen. Und zwar zweimal am Tag. Manchmal schmeckt er ihm, dann macht er den Mund weit auf und schluckt das Zeug einfach. Manchmal hat er aber so gar keinen Bock drauf. Dann gibt es keine Möglichkeit, ihn dazu zu bewegen den Saft zu schlucken. Und dabei hat er es wirklich drauf uns zu überlisten. Er kann nämlich den Schluckreflex ausschalten. Wirklich! Der behält den Pamps solange im Rachen bis wir mal eine Sekunde wegschauen und zack, lässt er es zu beiden Seiten aus seinem Mund laufen. Schön am Hals entlang in den Nacken hinein. Prima! Ist ja nicht so, als würde das Zeug kleben. Ach iewo!

Naja, falls er wirklich zu wenig abbekommen hat, dann gibt es ja noch das leckere Fichtennadel-Eukalytus-Öl zum Inhalieren. Das muss aber zum Glück nur auf den Schlafsack getropft werden und nicht in den Mund. Dafür riecht aber unser Schlafzimmer auch wie eine finnische Dampfsauna.

© frhoppe 26.01.13

25.01.2013 Wer hat an der Uhr gedreht?

Gerade stellte ich mit Entsetzen fest, dass unser kleines Baby schon zehneinhalb Wochen alt ist. Sicher, das war es auch schon gestern, aber irgendwie wurde es mir heute so richtig bewusst. Vielleicht auch deswegen, weil ich den kleinen Mann heute Nacht jede Stunde stillen musste, was in mir zwangsläufig die Frage aufwarf, ob er schon wieder einen Schub haben könnte. Das wiederum führte dazu, dass ich mir bewusst machte, wie alt er denn schon ist und da war es … Zehneinhalb Wochen! Mensch, die Zeit rennt nur so dahin. Ich würde sie aber auch nicht anhalten wollen.

Denn dafür passieren einfach zu viele tolle Sachen. Neulich habe ich meiner Mama das Gedicht „Worte deines Lebens“ vorgelesen. Sie war ganz ergriffen und wollte von unserem liebreizenden Sohn wissen, ob es ihm denn auch gefallen habe. Da hebt er doch ungelogen eine Augenbraue und knattert allen Ernstes seine Windel voll. So viel dazu. Wir jedenfalls haben Tränen gelacht. Und gestern hat der kleine Fraßbär das erste Mal bewusst seine Mahlzeit unterbrochen und das nur, um mir ein breites, ganz verschmitztes Lächeln zu schenken. Ganz zu schweigen, davon, dass er seit fast zwei Wochen jeden Abend ganz lieb schläft, sobald wir das Abendritual absolviert haben. Auch wenn er dann gegen 12 wieder wach wird und es dann so wie letzte Nacht stressig wird, gönnt er uns diese wenigen Stunden totaler Ruhe, die es uns ermöglichen, den Rest der Zeit geduldig mit ihm zu sein.

Ich bin so wahnsinnig gespannt, was er noch alles lernen wird, was er mögen, worüber er lachen können wird. Ich kann es kaum erwarten, dass er das erste Mal krabbelt, läuft und sein erstes Wort spricht. Ich bin sogar so verrückt, dass ich viele Sachen aufhebe und aufschreibe, damit ich sie dem kleinen Mann später einmal geben kann. Dafür wurde mir schon der eine oder andere schräge Blick zugeworfen. Aber ich sehe das so: Ich werde morgen früh aufwachen und der kleine Mann ist zwanzig und dann werde ich froh sein, diese besonderen Momente bewahrt zu haben.

© frhoppe 25.01.13

24.01.2013 Wie machst du das immer?

Es sind heute mal alle anderen Eltern aufgefordert, mich aufzuklären, denn ich finde ganz ehrlich keine Antwort. Es ist mir nämlich schlechterdings unmöglich, irgendeine Erklärung dafür zu finden, wie unser Sohn es schafft, sich jeden Tag so einzusauen.

Beim Gesicht sehe ich das ja noch ein. Immerhin futtert der kleine Mann mit vollem Körpereinsatz, von der Sabberei mal ganz zu schweigen. Bei der Begeisterung kann schon mal was daneben gehen. Ich bin schon dran gewöhnt, ihm täglich die Milchreste hinterm Ohr und aus den Halsfalten wegzukratzen. Und auch, dass wir bei jedem Bad immer darauf achten müssen, auch wirklich jede Geheimfalte zu erwischen, wissen wir mittlerweile ganz genau. Aber eines ist mir doch schleierhaft: Jeden Morgen, wenn wir aufwachen und der kleine Mann zwischen uns liegend, fröhlich mit seinen Armen fuchtelt, bin ich erstaunt über den Dreck, der sich nicht nur an seinen kleinen Patschehändchen befindet, sondern sogar unter seinen Fingernägeln. Ernsthaft. Wie macht er das? Ich meine es ist ja nicht so, als wäre er mit seinen 10 Wochen schon viel allein unterwegs. Er wird getragen! Immer! Überall hin! Und wenn er nicht getragen wird, dann liegt er in der Wiege oder auf seiner Krabbeldecke. Okay, die Decke hat ein Dschungelthema, aber das erklärt auch nicht, warum seine Hände aussehen, als hätte er den Trainingsparcours der US-Armee absolviert. Da sind überall Fussel – in jeder Falte seiner Hand, zwischen den Fingern. Ich frage mich langsam, ob seine Handinnenflächen nicht vielleicht aus demselben Material gefertigt sind, wie diese Fusselbürsten, wo der Dreck dran haften bleibt. Und dann seine Fingernägel … die sind schwarz! Komplett!!! Und es ist nicht so, dass man sagen könnte, das hätte sich angesammelt. Denn jeden Morgen fange ich an, erst seine Finger fusselfrei zu machen und dann mühsam diese winzig kleinen Nägel zu säubern, unter die nur der eigene Fingernagel passt. Und ich weiß ganz genau, morgen früh werden seine Finger wieder ganz genau so aussehen.

Das einzige, was an diesem Baby wirklich sauber ist, sind seine Füße. Und das auch nur so lange, wie er braucht, um sie beim Wickeln in seine vollgemachte Windel zu stecken.

© frhoppe 24.01.13

23.01.2013 Wenn du glücklich bist…

Eine ganz entscheidende Frage, die man sich relativ bald nach der Geburt, zumeist auf der Höhe einer Schreiattacke, stellt, ist: Warum haben wir das nur getan? Das heißt keinesfalls, dass man sein Baby nicht mehr haben möchte – Sie können ja gerne mal versuchen mir meins wegzunehmen, regeln Sie aber bitte vorher ihre Angelegenheiten – aber man denkt manchmal eben doch über das Warum nach.

Und dann kommt er: Der Moment in dem Baby restlos glücklich ist. Nicht nur satt und zufrieden und aufgrund dieses Umstandes selig schlafend, sondern wach und glücklich. Meistens hält diese Phase nicht viel länger als 20 bis 30 Minuten an, denn Babys sind schnell mal reizüberflutet, aber für die Dauer dieser Phase, liegt der Himmel in den Augen der kleinen Wesen. Denn sie sind unverfälscht glücklich und genießen diesen einen Moment. Wo wir irgendwie doch immer unsere „Erwachsenensorgen“ im Hinterkopf haben, lacht der kleine Mann einfach los. Quietschend und strampelnd zeigt er seine Freude über das, was Mama oder Papa gerade machen.

Unser Baby liebt es total, wenn ich zurückgelehnt sitze, die Beine aufgestellt habe und ihn auf meinem Bauch sitzend nach hinten an die Beine gelehnt. Ich bin eine menschliche Babywippe. Das scheint die ideale Sitzposition zu sein. Da ist quasi alles möglich. Er liegt auf dem Rücken, kann dabei aber unser Gesicht sehen und vor allem kann er selbst entscheiden, wann er hingucken will oder wann es genug ist. Gleichzeitig kann Mama da ganz toll Babymassage üben. Außerdem lässt es sich so aufgrund der leicht angewinkelten Beine ganz wunderbar  pupsen. Und schlafen kann man da sowieso prima. Sie sehen also, eine Multifunktionsposition. Und genau hier haben wir diese tollen Momente, in denen ich ihm vorsingen darf und er mich dabei anlacht, weil er das Lied kennt, in denen er aktiv meine Hände greift und sie befühlt, in denen er seinen Körper entdeckt, indem er die Beine und Arme in die Luft streckt oder sich gedankenverloren den Bauch krabbelt. Und das sind auch die Momente, in denen er sein erstes quietschendes Lachen von sich gab.

Und für dieses Lachen, für diese Freude machen wir das alles!!!

© frhoppe 23.01.13

22.01.2013 Worte deines Lebens!

Sorge – jeden Tag zu jeder Stunde.

Sorge – in jeder wachen Sekunde.

Sorge – so besorgt waren wir vorher nie.

Sorge – von nun nie mehr ohne sie.

Weinen – so unendlich oft und laut.

Weinen – so tief geht es unter die Haut.

Weinen – dein einziger Weg zu flehen.

Weinen – die Bitte, niemals zu gehen.

Gurren – dein Weg uns Hallo zu sagen.

Gurren – endlich den ersten Versuch zu wagen.

Gurren – die Frage: Hört ihr mich schon?

Gurren – ein zarter, lieblicher Ton.

Lachen – das schönste Geräusch von allen.

Lachen – denn du willst noch nicht gefallen.

Lachen – das ist bei dir keine List.

Lachen – nur dann wenn du glücklich bist.

Liebe – solch ein winziges Wort.

Liebe – niemals geben wir dich fort.

Liebe – du hast uns so fest in den Händen

Liebe – unsere Liebe zu dir wird niemals enden.

© frhoppe 22.01.13